Unsere Mission:


Mehr als ein Siegel: Warum wir auf trans­parente Nach­haltig­keits­messung umstellen

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Seit 2023 zeichnen wir Websites, die unsere Nach­haltigkeits­kriterien erfüllen, mit unserem eigenen Siegel für "Nach­haltiges Web­design" aus. Einige unserer Kunden­­projekte tragen es. Der Gedanke dahinter war klar: Wer sich um eine klima­schonende Website bemüht, soll das auch zeigen dürfen.

Ab dem 27. September 2026 ändert sich der rechtliche Rahmen dafür grundlegend. Wir erklären in dieser Mission, was sich warum ändert – und warum die Lösung, die wir gefunden haben, das Richtige für unsere Kunden ist.

Was war unser Siegel für nach­haltiges Web­design?

Unser Siegel war kein staatlich anerkanntes Zertifikat, sondern ein eigenes Qualitäts­merkmal. Wir haben Websites anhand von zahlreichen Kriterien aus den Bereichen Inhalt, Daten­menge, Server-Performance, Struktur und User Experience geprüft. Das Ergebnis haben wir als Prozent­wert dokumentiert – ergänzt um den CO₂-Ausstoß pro Seiten­aufruf, ermittelt mit etablierten Tools wie Lighthouse/PageSpeed Insights, Ecograder, Digital Beacon und dem Website Carbon Calculator.

Websites, die unseren Schwellen­wert erreichten, erhielten eine eigene Unterseite auf leuchtkraft.media und durften das Siegel in ihrem Footer integrieren. Die Prüfungen haben wir jährlich und kostenfrei durchgeführt.

Was ändert sich ab September 2026?

Die EU-Richtlinie zur Stärkung der Ver­braucher für den öko­logischen Wandel – kurz EmpCo (EU 2024/825) – ist die Antwort der Europä­ischen Union auf ein real existierendes Problem: Über die Hälfte aller Umwelt­aussagen im europäischen Markt sind vage, nicht belegbar oder irreführend. Die Richt­linie schafft verbindliche Spielregeln.

In Deutschland trat sie im Februar 2026 durch eine Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wett­bewerb (UWG) in Kraft. Verbindlich für Unternehmen wird sie am 27. September 2026 – ohne Übergangs­frist.

Eines der zentralen Per-se-Verbote betrifft Nach­haltigkeits­­siegel direkt: Selbst vergebene Siegel ohne staatliche Anerkennung oder ohne ein unabhängiges Zerti­fizierungs­­system mit Dritt­prüfung sind ab diesem Datum unzulässig. Ein konformes System müsste öffentlich zugängliche Vergabe­kriterien haben, allen Unter­nehmen offen­­stehen und durch eine unabhängige Prüf­stelle kontrolliert werden. Das ist ein Aufwand, der sich für eine Agentur unserer Größe nicht sinnvoll darstellen lässt.

Warum das Siegel geht – und was bleibt

Man könnte einwenden, dass unsere Mess­methodik solide war. Das stimmt. Aber die EmpCo unterscheidet nicht nach der Qualität eines Siegels, sondern nach der Form seiner Vergabe. Wer ein Siegel selbst entwickelt und selbst vergibt, erfüllt per Definition nicht die Anforderung an eine unabhängige Dritt­prüfung – unabhängig davon, wie gewissen­haft er dabei vorgeht.

Das ist keine Willkür. Es gibt tatsächlich ein Problem in der Branche: Zu viele Siegel wurden ohne belastbare Grundlage vergeben, um ein positives Image zu erzeugen. Die EmpCo zielt darauf ab, Verbraucher vor diesem Green­washing zu schützen – und das ist ein Ziel, das wir teilen.

Was die EmpCo gleichzeitig aus­drücklich erlaubt: spezifische, messbare und nachprüfbare Aussagen, die belegbar sind. Genau das haben wir seit Beginn gemacht. Wir haben es nur in ein Siegel verpackt.

Was wir statt­dessen tun: Transparente Nach­haltig­keits­werte

Wir entfernen die Siegel-Grafiken aus allen Kunden­projekten. Was bleibt, ist das Wesentliche: die Mess­daten selbst.

Für jedes gemessene Projekt gibt es weiterhin eine eigene Seite auf leuchtkraft.media – jetzt unter /website-klimacheck – mit allen relevanten Werten: Mess­datum, Prozent­wert und CO₂ pro Seiten­aufruf. Messmethodik, eingesetzte Tools und Prüfkriterien finden sich auf der Seite Website-Klimacheck. Statt einer Siegel-Grafik setzen wir einen einfachen Textlink "Website-Klimacheck" in die Fußzeile der Kunden­websites, der direkt auf diese Messungs­seite verweist.

Das ist die konse­quentere Version von dem, was wir schon immer wollten: Trans­parenz über echte Leistung, statt Vertrauen durch ein Logo.

Was unsere Kunden dadurch gewinnen

„Jahrelang hat unser Siegel stark optimierte Websites ausgezeichnet. Das sorgte bei unseren Kunden für eine positive Außenwirkung. Es war zu keinem Zeitpunkt Greenwashing, da wir dem Siegel von Beginn an konkrete Messwerte zugrunde legten. Die EmpCo hat uns den Anstoß gegeben, dies noch einmal zu überdenken und unsere Messmethodik eindeutiger zu kommunizieren.“

Stephan Raithel

Wer auf die Mess-Ergebnis­seite verlinkt, zeigt seinen Besuchern nicht nur, dass er sich um Nach­haltigkeit bemüht – er zeigt konkret, welche Werte die Website erreicht, welche unabhängigen Tools zur Messung eingesetzt wurden und wann zuletzt geprüft wurde. Das ist nachprüfbar, aktuell und ehrlich.

Für Verbraucher, die gegenüber Green Claims zunehmend kritisch sind, ist das über­zeugender als ein Logo. Und nach dem 27. September 2026 ist es auch die einzige Form der Nach­haltigkeits­kommunikation, die rechtssicher ist – ohne in einen auf­wändigen externen Zerti­fizierungs­prozess einzusteigen, der für kleine und mittel­ständische Unter­nehmen schlicht unverhältnis­­mäßig wäre.

Was sich für unsere Kunden nicht ändert: Die jährlichen Messungen führen wir wie bisher und weiterhin kostenfrei durch. Die Mess-Ergebnisseiten bleiben öffentlich einsehbar und aktuell.

Tipp:

In unserer Mission Green Webdesign erklären wir, welche konkreten Maß­nahmen im Code und im Hosting dazu beitragen, CO₂-Emissionen pro Seiten­aufruf zu reduzieren.

FAQ: Häufige Fragen zur EmpCo und Nach­haltigkeits­kommunikation

Wissen Sie, wie nachhaltig Ihre Website wirklich ist?

Portrait von Stephan Raithel

Über:

Stephan Raithel

Ich bin Inhaber der Digitalagentur LEUCHTKRAFT und aus­gebildeter Medien­gestalter sowie Medien­fachwirt. Schon früh habe ich Websites barriere­frei gestaltet – damals, als viele noch mit Frames und Tabellen arbeiteten und kaum jemand an Zugänglichkeit dachte. Für mich ist jede Website eine kleine Mission: das Internet Schritt für Schritt besser, barrierefreier und klimafreundlicher zu machen.

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