Unsere Mission:
Mehr als ein Siegel: Warum wir auf transparente Nachhaltigkeitsmessung umstellen
Inhaltsverzeichnis
Was war unser Siegel für nachhaltiges Webdesign?
Unser Siegel war kein staatlich anerkanntes Zertifikat, sondern ein eigenes Qualitätsmerkmal. Wir haben Websites anhand von zahlreichen Kriterien aus den Bereichen Inhalt, Datenmenge, Server-Performance, Struktur und User Experience geprüft. Das Ergebnis haben wir als Prozentwert dokumentiert – ergänzt um den CO₂-Ausstoß pro Seitenaufruf, ermittelt mit etablierten Tools wie Lighthouse/PageSpeed Insights, Ecograder, Digital Beacon und dem Website Carbon Calculator.
Websites, die unseren Schwellenwert erreichten, erhielten eine eigene Unterseite auf leuchtkraft.media und durften das Siegel in ihrem Footer integrieren. Die Prüfungen haben wir jährlich und kostenfrei durchgeführt.
Was ändert sich ab September 2026?
Die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel – kurz EmpCo (EU 2024/825) – ist die Antwort der Europäischen Union auf ein real existierendes Problem: Über die Hälfte aller Umweltaussagen im europäischen Markt sind vage, nicht belegbar oder irreführend. Die Richtlinie schafft verbindliche Spielregeln.
In Deutschland trat sie im Februar 2026 durch eine Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in Kraft. Verbindlich für Unternehmen wird sie am 27. September 2026 – ohne Übergangsfrist.
Eines der zentralen Per-se-Verbote betrifft Nachhaltigkeitssiegel direkt: Selbst vergebene Siegel ohne staatliche Anerkennung oder ohne ein unabhängiges Zertifizierungssystem mit Drittprüfung sind ab diesem Datum unzulässig. Ein konformes System müsste öffentlich zugängliche Vergabekriterien haben, allen Unternehmen offenstehen und durch eine unabhängige Prüfstelle kontrolliert werden. Das ist ein Aufwand, der sich für eine Agentur unserer Größe nicht sinnvoll darstellen lässt.
Warum das Siegel geht – und was bleibt
Man könnte einwenden, dass unsere Messmethodik solide war. Das stimmt. Aber die EmpCo unterscheidet nicht nach der Qualität eines Siegels, sondern nach der Form seiner Vergabe. Wer ein Siegel selbst entwickelt und selbst vergibt, erfüllt per Definition nicht die Anforderung an eine unabhängige Drittprüfung – unabhängig davon, wie gewissenhaft er dabei vorgeht.
Das ist keine Willkür. Es gibt tatsächlich ein Problem in der Branche: Zu viele Siegel wurden ohne belastbare Grundlage vergeben, um ein positives Image zu erzeugen. Die EmpCo zielt darauf ab, Verbraucher vor diesem Greenwashing zu schützen – und das ist ein Ziel, das wir teilen.
Was die EmpCo gleichzeitig ausdrücklich erlaubt: spezifische, messbare und nachprüfbare Aussagen, die belegbar sind. Genau das haben wir seit Beginn gemacht. Wir haben es nur in ein Siegel verpackt.
Was wir stattdessen tun: Transparente Nachhaltigkeitswerte
Wir entfernen die Siegel-Grafiken aus allen Kundenprojekten. Was bleibt, ist das Wesentliche: die Messdaten selbst.
Für jedes gemessene Projekt gibt es weiterhin eine eigene Seite auf leuchtkraft.media – jetzt unter /website-klimacheck – mit allen relevanten Werten: Messdatum, Prozentwert und CO₂ pro Seitenaufruf. Messmethodik, eingesetzte Tools und Prüfkriterien finden sich auf der Seite Website-Klimacheck. Statt einer Siegel-Grafik setzen wir einen einfachen Textlink "Website-Klimacheck" in die Fußzeile der Kundenwebsites, der direkt auf diese Messungsseite verweist.
Das ist die konsequentere Version von dem, was wir schon immer wollten: Transparenz über echte Leistung, statt Vertrauen durch ein Logo.
Was unsere Kunden dadurch gewinnen
„Jahrelang hat unser Siegel stark optimierte Websites ausgezeichnet. Das sorgte bei unseren Kunden für eine positive Außenwirkung. Es war zu keinem Zeitpunkt Greenwashing, da wir dem Siegel von Beginn an konkrete Messwerte zugrunde legten. Die EmpCo hat uns den Anstoß gegeben, dies noch einmal zu überdenken und unsere Messmethodik eindeutiger zu kommunizieren.“
Wer auf die Mess-Ergebnisseite verlinkt, zeigt seinen Besuchern nicht nur, dass er sich um Nachhaltigkeit bemüht – er zeigt konkret, welche Werte die Website erreicht, welche unabhängigen Tools zur Messung eingesetzt wurden und wann zuletzt geprüft wurde. Das ist nachprüfbar, aktuell und ehrlich.
Für Verbraucher, die gegenüber Green Claims zunehmend kritisch sind, ist das überzeugender als ein Logo. Und nach dem 27. September 2026 ist es auch die einzige Form der Nachhaltigkeitskommunikation, die rechtssicher ist – ohne in einen aufwändigen externen Zertifizierungsprozess einzusteigen, der für kleine und mittelständische Unternehmen schlicht unverhältnismäßig wäre.
Was sich für unsere Kunden nicht ändert: Die jährlichen Messungen führen wir wie bisher und weiterhin kostenfrei durch. Die Mess-Ergebnisseiten bleiben öffentlich einsehbar und aktuell.
Tipp:
In unserer Mission Green Webdesign erklären wir, welche konkreten Maßnahmen im Code und im Hosting dazu beitragen, CO₂-Emissionen pro Seitenaufruf zu reduzieren.